Dispokredit:der teure Kreditrahmen auf dem Girokonto

Der Dispokredit (Dispositionskredit) ist ein Kreditrahmen, mit dem Sie Ihr Girokonto überziehen dürfen, also mehr Geld ausgeben, als auf dem Konto ist.

Dispokredit: flache Illustration einer Girokarte im Minus mit rotem Pfeil – Kreditriese Glossar

Das Wichtigste in Kürze

Der Dispokredit (Dispositionskredit) ist ein Kreditrahmen, mit dem Sie Ihr Girokonto überziehen dürfen, also mehr Geld ausgeben, als auf dem Konto ist. Er ist bequem und jederzeit verfügbar, aber teuer: Die Dispozinsen liegen oft bei 9 bis 14 Prozent im Jahr. Für kurze Engpässe ist der Dispokredit praktisch, für dauerhafte Nutzung ist eine Umschuldung in einen Ratenkredit fast immer günstiger.

Was ist ein Dispokredit?

Der Dispokredit, kurz Dispo oder Dispositionskredit, ist eine von der Bank eingeräumte Überziehungsmöglichkeit für Ihr Girokonto. Dieser Kreditrahmen steht Ihnen jederzeit zur Verfügung, ohne dass Sie ihn extra beantragen müssen. Die Bank gestattet Ihnen, Ihr Konto bis zu einem vereinbarten Betrag ins Minus zu bringen, ohne dass Sie dafür einen extra Kredit beantragen müssen. Das Geld steht sofort zur Verfügung, Sie zahlen es flexibel zurück, sobald wieder Geld auf dem Girokonto eingeht.

Die Höhe des Dispokredits richtet sich nach Ihren regelmäßigen Geldeingängen, meist zwei bis drei Nettomonatsgehälter. Die Bank legt den Rahmen fest und kann ihn anpassen. Solange Sie innerhalb dieses Kreditrahmens bleiben, ist die Nutzung des Dispo Ihre Entscheidung, ganz ohne Rückfrage. Der Dispo eignet sich vor allem, um kurzfristig einen finanziellen Engpass zu überbrücken.

Wie hoch sind die Dispozinsen?

Dispozinsen sind die Zinsen, die die Bank berechnet, sobald Sie Ihr Girokonto überziehen. Sie fallen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag und nur für die Tage der Überziehung an, sobald das Konto wieder ausgeglichen ist, entfallen sie. Das klingt fair, doch die Höhe hat es in sich: Aktuell verlangen Banken im Schnitt zwischen 9 und 14 Prozent pro Jahr für den Dispo. Wer den Dispositionskredit nur wenige Tage im Monat nutzt, zahlt wenig; wer das Konto dauerhaft überzieht, viel.

Damit ist der Dispokredit die teuerste Form von Kredit im Privatkundenbereich. Ein Rechenbeispiel: Wer sein Girokonto dauerhaft mit 2.000 Euro im Minus führt, zahlt bei 12 Prozent Dispozinsen rund 240 Euro Zinsen im Jahr, Geld, das ohne Gegenwert an die Bank fließt. Überziehen Sie sogar über den vereinbarten Dispokredit hinaus, wird es mit dem noch höheren Überziehungszins richtig teuer.

Dispokredit oder Ratenkredit?

Der Dispokredit punktet mit Flexibilität: sofort verfügbar, keine feste Rate, jederzeit rückzahlbar. Genau diese Bequemlichkeit wird zur Falle, wenn der Dispo dauerhaft genutzt wird. Denn der Ratenkredit ist bei gleichem Betrag deutlich günstiger:

  • Dispokredit: 9 bis 14 Prozent Dispozinsen, ideal nur für kurze Überbrückung von wenigen Tagen oder Wochen.
  • Ratenkredit: oft 4 bis 8 Prozent effektiver Jahreszins, feste Rate, planbare Rückzahlung.

Die Faustregel: Für einen kurzfristigen Engpass ist der Dispo okay. Wer sein Konto aber über Monate im Minus führt, spart mit einer Umschuldung in einen Ratenkredit oft die Hälfte der Zinsen. Statt 12 Prozent Dispozinsen zahlen Sie dann vielleicht 6 Prozent, bei 5.000 Euro sind das rund 300 Euro Ersparnis pro Jahr.

Dispokredit ablösen: So sparen Sie Geld

Wenn der Dispo zum Dauerzustand geworden ist, lösen Sie ihn mit einem günstigen Ratenkredit ab. Sie nehmen einen Ratenkredit in Höhe des Dispos auf, gleichen damit das Girokonto aus und zahlen den Kredit anschließend in festen, niedrigeren Raten zurück. Das senkt nicht nur die Zinsen, sondern bringt auch Struktur: Statt eines offenen Minus mit hohen Dispozinsen haben Sie eine klare Rate und ein Enddatum.

Vergleichen Sie vor der Ablösung mehrere Ratenkredite über den effektiven Jahreszins. Schon der Zinsunterschied zum Dispokredit macht die Umschuldung fast immer lohnend. Danach gilt: Den Dispo bewusst nur noch als Notreserve für echte Engpässe nutzen, nicht als dauerhafte Geldquelle.

Häufige Fragen zum Dispokredit

Wie hoch darf mein Dispokredit sein?
Die Höhe legt die Bank fest, meist das Zwei- bis Dreifache Ihres monatlichen Geldeingangs auf dem Girokonto. Ein regelmäßiges, höheres Einkommen führt zu einem größeren Dispokredit.
Was kostet der Dispokredit?
Die Dispozinsen liegen aktuell im Schnitt bei 9 bis 14 Prozent pro Jahr, berechnet auf den genutzten Betrag und die Tage der Überziehung. Bei 2.000 Euro Dauerminus sind das rund 240 Euro Zinsen im Jahr.
Was ist der Unterschied zwischen Dispozinsen und Überziehungszinsen?
Dispozinsen fallen an, solange Sie innerhalb des vereinbarten Dispokredits bleiben. Überziehen Sie das Konto darüber hinaus (geduldete Überziehung), berechnet die Bank noch höhere Überziehungszinsen, das wird schnell sehr teuer.
Wann sollte ich den Dispo ablösen?
Sobald Sie Ihr Konto über mehrere Monate im Minus führen. Dann ist eine Umschuldung in einen Ratenkredit fast immer günstiger, weil dessen Zinsen deutlich unter den Dispozinsen des Dispositionskredits liegen. Für kurzfristige Engpässe dagegen bleibt der Dispo bequem.
Schadet ein genutzter Dispokredit meiner Bonität?
Die reine Einräumung nicht. Ein dauerhaft ausgereizter Dispo kann bei einer Kreditprüfung aber negativ auffallen, weil er auf eine angespannte finanzielle Situation hindeutet. Ein ausgeglichenes Konto stärkt Ihre Bonität.